von Shabnam Tolouei (*1971) und Amir Aghaee (*1975)
Inszenierung und Kostüme: Shabnam Tolouei
Bühne: Teresa Hahn
Dramaturgie: Ulrike Brambeer
Teheran. Die verheiratete Yalda sucht in der Wohnung einer Freundin Abstand von ihrer Ehe mit dem gewalttätigen Jahan. Doch statt Ruhe zu finden, stören sie der wild wuchernde Baum im Hof, die Geräusche des Hauses und der Sohn der Vermieterin. Dieser junge Mann namens Hamed irritiert sie zunehmend durch sein häufiges, ungebetenes Erscheinen. Doch mit der Zeit kommen sich die beiden näher und Hamed vertraut ihr sogar seine Kriegserlebnisse an. Zwischen der unruhigen Frau und dem verletzlichen jungen Mann entwickelt sich so etwas wie eine unmögliche Liebesbeziehung, ein intimes Mann-Frau-Spiel, in dem beide Partner einander nicht die Wahrheit sagen – ein Spiel, das sie letztlich nicht gewinnen können.
Bahman-Bagdad thematisiert vor allem die Geschlechter-Beziehungen unter den derzeitigen politischen Bedingungen des Iran, aber auch den Iran-Irak-Krieg. Das Stück der berühmten und mehrfach ausgezeichneten iranischen Autorin, Regisseurin und Schauspielerin Shabnam Tolouei, die mittlerweile im Pariser Exil lebt, wurde 2003 im Iran geschrieben und zwei Monate lang probiert, bevor dessen Aufführung kurz vor der Premiere verboten wurde. Abgesehen von drei öffentlichen Lesungen in Teheran und Isfahan kommt Bahman-Bagdad am Gemeinschaftstheater das erste Mal auf die Bühne.
Diese Uraufführung ist Teil der thematischen Reihe Außereuropäisches Theater, die sich mit anderen Weltteilen beschäftigt und eine spannende kulturelle Auseinandersetzung durch den jährlichen „Import“ außereuropäischer Stücke und Regieteams in unser deutsches Stadttheater verspricht.
Vorstellungsdauer: ca. 2:05 Stunden, eine Pause


