von Henrik Ibsen (1828–1906)
Inszenierung: Jens Pesel
Bühne und Kostüme: Siegfried E. Mayer
Dramaturgie: Ulrike Brambeer
Gelangweilt und ernüchtert kehrt Hedda aus ihren Flitterwochen zurück, die ihr ungeliebter Ehemann, der Historiker Tesman, sehr zu Heddas Missfallen auch als wissenschaftliche Forschungsreise genutzt hat. Kaum angekommen muss sie erfahren, dass ihr verflossener Verehrer Lövborg seinen ausschweifenden Lebenswandel überraschend aufgegeben und in Frau Elvsted, Heddas früherer Schulkameradin, offensichtlich eine neue Muse gefunden hat. Zu allem Überfluss macht der geistreiche Lövborg auch noch durch die Veröffentlichung eines bedeutenden kulturhistorischen Buches auf sich aufmerksam, wodurch Tesmans finanziell dringend benötigte Berufung zum Professor plötzlich mehr als fraglich erscheint.
Hedda zerrinnt ihr Lebensplan zwischen den Fingern – hatte sie sich doch gegen den brillanten aber instabilen Lövborg und für ein sorgloses bürgerliches Leben mit Tesman entschieden. Sie muss handeln: Skrupellos unterminiert sie die Verbindung zwischen Lövborg und Elvsted, treibt ihn zurück in die Sucht und zerstört ihn schließlich ganz. Als sie jedoch selbst zum Spielball des Hausfreundes Brack zu werden droht, der um ihre mörderischen Intrigen weiß, bleibt ihr nur noch ein einziger Ausweg …
Ibsens Drama um das prototypische Desperate Housewife Hedda wurde 1891 in München im Königlichen Residenztheater uraufgeführt. Noch immer fasziniert uns der rätselhafte Charakter der Titelheldin, die lächelnd mit dem Fürchterlichsten spielt, sich nach Lebensgenuss verzehrt und doch davor zurückschreckt, sich dem Leben, den Menschen und den Umständen zu stellen.
Vorstellungsdauer: ca. 2:10 Stunden, eine Pause


