Anrührend und packend, komisch und poetisch begeisterte Adrian Linke (…) mit Alessandro Barricos Geschichte von Novecento, dem Ozeanpianisten, der aus den Augen der Menschen alles über die Welt zu lesen vermag und dennoch nie das Schiff verlässt. (…)
Zwischen Seilen und Bullaugen hat Ausstatter Patrick Durwael ein großartiges Bühnenbild gestaltet, auf dem eine schiefe Ebene die Vor- und Aufwärtsbewegungen des fahrenden Schiffes andeutet, und auf der doch die Dinge notorisch nach unten rutschen. Till Ufer hat das Stück mit sehr viel Kraft und Poesie inszeniert, verlangt seinem Solodarsteller alles ab und gestaltet emotionale, einprägsame Bilder, egal ob er Tooney als Suchenden im dichten Nebel zeigt, dessen Alter Ego Novecento als Zögernden , der nicht den Fuß an Land zu setzen vermag, oder als imaginären Sieger im glitzernden Konfettirausch.
Adrian Linke schließlich gibt Barricos poetischer Geschichte und wehmütiger Jahrhundertbilanz eine ebenso temperamentvolle wie sensible Seele, wechselt vom Tanz zur Trauer und wieder zurück in einem Augenblick, lässt Tooney und Novecento lebendig werden, ebenso die gesamte Crew jenes sonderbaren Ozeandampfers mit seinem blinden Steuermann. Einfach großartig.
(Neuß-Grevenbroicher Zeitung, 24.10.2005)


