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Theater Krefeld/Möchengladbach

Faust 1 & 2

(Der Tragödie erster und zweiter Teil)
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Faust I & II © Stutte
© Stutte

von Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)


Inszenierung: Matthias Gehrt
Bühne: Gabriele Trinczek
Kostüme: Claudia Caséra
Video: Ali Samadi Ahadi
Choreografie: Sven Grützmacher
Dramaturgie: Ulrike Brambeer


Der Gelehrte Faust ist verzweifelt. Trotz all seiner Studien ist es ihm unmöglich, den Sinn des Seins in letzter Konsequenz zu erfassen. Prompt erscheint Fausts teuflisches Alter-Ego Mephisto auf der Bildfläche, bietet ihm einen Ausweg aus seiner Not und nimmt ihn – verjüngt – mit auf eine Reise: Zunächst trifft Faust auf die „kleine Welt“ der unschuldigen Margarethe, deren Liebe er unbedingt gewinnen will. Mit Mephistos Hilfe gelingt ihm dies auch. Doch leider hat Fausts Engagement für Gretchens Mutter, ihren Bruder, ihr Kind und Gretchen selbst tödliche Folgen.

Nahezu unbeschadet setzen Faust und Mephisto ihre Expedition in der „großen Welt“ fort und retten ein marodes Kaiserreich durch die Erfindung des Papiergeldes scheinbar vor dem Ruin. Doch während Faust sich in einem Traum von der weit entrückten Welt der Antike verliert, stürzt der kaiserliche Staat schon bald durch hemmungslose Geldvermehrung in Inflation und Chaos. Da hilft nur noch Wirtschaftsankurbelung durch brutale Kriegsführung.
Für den erfolgreichen Militärschlag wird Faust mit Land belohnt, geht aber im Zuge seiner ausufernden Kolonisierung als skrupelloser, wenngleich wirtschaftlich überaus erfolgreicher ‚Global Player’ erneut über Leichen.

Das Theater Krefeld und Mönchengladbach zeigt das zweiteilige Mammutwerk Faust, das Goethe bereits als junger Mann begann und erst als 81-Jähriger vollendete. Trotz der stark konzentrierten Fassung werden an einem Theaterabend alle wesentlichen Stationen des Dramas durchlaufen, in dessen Zentrum immer Faust und sein Schatten Mephisto stehen. Ihre Haltungen und Handlungen lassen die Folgen von Globalisierung, Macht- und Gewinnstreben in Zeiten moderner Gott- und Rastlosigkeit deutlich werden.


Vorstellungsdauer: ca. 3:45 Stunden, eine Pause