LOGO: Theater Krefeld/Mönchengladbach Vorschau auf die nächste Spielzeit!

Prolog 2009/2010

Freut Euch des wahren Scheins,
Euch des ersten Spieles;
Kein Lebendiges ist eins,
Immer ist’s ein Vieles.

Goethe


Liebes Publikum,

zum Auftakt meiner Intendanz habe ich Schillers DON CARLOS inszeniert; die erste Musiktheaterpremiere meiner 14. Spielzeit wird Verdis Vertonung desselben Stoffes sein: DON CARLO.

Die vergangenen Monate im Krefelder „Theater auf Zeit“ (TaZ) haben uns erhebliche Energien und Ressourcen gekostet – aber auch viele bereichernde Erfahrungen gebracht. Die Zuschauer haben die „Ausweichspielstätte“ als locker und kommunikationsfördernd nicht nur angenommen, sondern hochgeschätzt; die Abstimmung mit den Füßen jedenfalls war eindeutig. Einen ähnlichen Erfolg erhoffen wir uns fürs „Theater im Nordpark“ (TiN) in Mönchengladbach – als Nachbarn der Borussia-Spieler. Der Ball sucht den guten Spieler, sagt man in Frankreich. Unsere singenden, tanzenden, sprechenden, musizierenden Spieler warten ungeduldig auf den Spielbeginn.

Beim Fußballspiel, meinte Sartre, verkompliziert sich alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft. Auf der Theaterbühne sind die „Gegner“ und die Auseinandersetzungen mit ihnen außerordentlich vielfältig. Seit der Antike handelt das Theater vor allem von streitenden, stänkernden, revoltierenden Menschen, von ihren Konflikten und Zetereien – und ihrer Sehnsucht nach einem friedvollen, besseren Leben. Und das alles... spielerisch.

Spielen, heißt es, sei eine Tätigkeit, die man gar nicht ernst genug nehmen kann.
Ich wünsche Ihnen eine Ihre Fantasie anregende, erkenntnisreiche und lustvolle Spielzeit.

Ihr Jens Pesel
Generalintendant