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Don Carlo

Don Carlo © Stutte
© Stutte

Oper in vier Akten
Text von Joseph Méry und Camille du Locle
(Übersetzung ins Italienische: Achille de Lauzières und Angelo Zanardini)
Musik von Giuseppe Verdi (1813-1901)

– in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln –


Liebe, Eifersucht, Hass, Neid und die große Sehnsucht nach politischer und religiöser Freiheit beherrschen die ganz unterschiedlichen Menschen am spanischen Hof. Der junge Thronfolger Carlo liebt Elisabeth und hasst seinen Vater Philipp II., denn der hat Elisabeth, anstatt sie wie versprochen ihm zur Frau zu geben, aus politischen Gründen selbst geheiratet. Der für Gedankenfreiheit kämpfende Marquis von Posa und die intrigante Prinzessin Eboli verfolgen jeweils eigene Ziele. Einzig Karl V., Carlos Großvater, steht über allen verhandelten menschlichen Subjektivitäten. Aber: Existiert er tatsächlich, oder ist es sein Geist, der Don Carlo vor dem Zugriff der Inquisition rettet?

Anders als Friedrich Schillers Drama aus dem Jahr 1787 konzentriert sich Giuseppe Verdis Oper „Don Carlo“ auf die Seelenzustände der Protagonisten und arbeitet die unheilvolle Verquickung zwischen Politischem und Privatem heraus. Der antiklerikale Verdi führt uns in seinem Spätwerk seine privatesten Gedanken hinsichtlich einer Utopie von einem humanistisch geprägten Universalreich vor. Die hochdramatischen Arien der erregten Protagonisten und das berühmte Autodafé machen aus Verdis wohl dunkelster Oper ein musikalisches Meisterwerk der großen menschlichen Gefühle.