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Viva la Mamma!

(oder Die Sitten und Unsitten des Theaters)
Viva la Mamma! © Stutte
© Stutte

Oper in zwei Akten von Gaetano Donizetti (1797-1848)
Libretto von Domenico Gilardoni nach einer Komödie von Simeone Antonio Sografi
Deutsch von Horst Goerges und Karlheinz Gutheim


Kurz vor der Premiere der Oper „Romulus und Ersilia“ befindet sich das gesamte Theater im Ausnahmezustand: die Primadonna hat Allüren, der russische Tenor ist nicht bei Stimme, die Mezzosopranistin nervt den Librettisten, der Impresario zeigt den unbeeindruckten Künstlern die Plakatentwürfe, man streitet sich um die Applausordnung... der ganz normale Wahnsinn am Theater eben! Da erscheint auch noch Mamma Agata, die Mutter der zweiten Sängerin, und drängt den Komponisten, doch nun endlich mit der Arie für ihre Tochter rauszurücken. Ein Teil des Ensembles reist ab, den Übrigen muss der Impresario eine folgenschwere Schreckensbotschaft mitteilen: Die Stadtoberen weigern sich, die Gage für die Künstler zu bezahlen.

Mit viel Verve und erstaunlich modern präsentiert Gaetano Donizetti mit „Viva la Mamma!“ ein Paradestück des „Theaters auf dem Theater“. Mit dem Stoff, der dem Publikum den allseits beliebten Blick hinter die Kulissen gewährt, zeigt sich Buffo-Komponist Donizetti als Meister der musikalischen Parodie, die trotzdem elegant und gesanglich höchst virtuos daher kommt. Die Oper kam am 21. November 1827 am Teatro Nuovo in Neapel zur Uraufführung und war auf Anhieb ein großer Erfolg: Allein in der ersten Saison erlebte „Viva la Mamma!“ dort 50 Aufführungen.