Kichern, Stampfen, Klatschen beim „kleinen Barbier“: Die jungen Besucher waren nach der Vorstel-lung begeistert.
Almavia (Markus Heinrich) und Rosina (Susanne Seefing) sind verliebt. So weit, so gut. Doch auch Rosinas strenger Vormund Dr. Bartolo (Matthias Wippich) will sie heiraten und macht den Verliebten einen Strich durch die Rechnung. Nun sind sie vor allem auf den be-freundeten Friseur Figaro (Tim Stekkelies) angewiesen – und auf das Publikum. Wer sich einfach nur im Stuhl zurücklehnen und ganz in Ruhe die Vorstellung genießen will, ist in der Kinderoper ,,Der kleine Babier oder eine haarige Angelegenheit“ ganz falsch. Denn hier wird das Publikum mit einbezogen. So kann auch Jan (7) ab sofort behaupten, dass es „lustig ist, auf der Bühne zu stehen“. Da wird die Oper ganz schnell zu einer Flamenco-Trainingsstunde. Um in Rosinas Nähe zu gelangen, die von Dr. Bartolo gefangen gehalten wird, gibt Almaviva sich als Tanzlehrer aus. Damit seine Tarnung nicht auffliegt „tanzt“ er schließlich zum rhyth-mischen Stampfen und Klatschen der Zuschauer. Mittanzen muss das Publikum natürlich auch, schließlich handelt es sich um eine Tanzstunde. Belustigtes Kichern schallt durch den Vorstellungsraum des Theaters im Nordpark (TiN). Mit den bekanntesten Arien der ursprüng-lichen Rossini-Oper singen sich die Darsteller in die Herzen der Kinder. ,,Mein Bruder hat gesagt, die Oper sei langweilig, aber mir hat es Spaß gemacht“, sagt Jasmine (6), als sich die roten Vorhänge schließen und das Publikum die Darsteller mit Jubel und Klatschen verab-schiedet. (…)
[Westdeutsche Zeitung Mönchengladbach, 24. Mai 2011]


