Jessé Oliveira

Biografie

Der Regisseur Jessé Oliveira lebt und arbeitet in Porto Alegre, Hauptstadt des südlichsten Bundeslandes Brasiliens Rio Grande do Sul. Er studierte Theaterregie an der Universidade Federal do Rio Grande do Sul/ Brasilien mit Spezialisierung auf zeitgenössische Theatertheorie. Seit 2011 unterrichtet er an der Hochschule Monteiro Lobato in Porto Alegre Theatermanagement und gab am Graduiertenkolleg der Universität in Caxias do Sul das Seminar Körper und Kultur: Lehre und Gestaltung.

2002 gründete er die afro-brasilianische Theatergruppe Caixa Preta (Blackbox), mit der er hauptsächlich Klassiker inszeniert, die er mit afrobrasilianischer Kultur verknüpft. Zuletzt inszenierte er Ori Orestéia mit Caixa Preta basierend auf der Orestie von Aischylos. In dieser Inszenierung verbindet er afrobrasilianische Tradition mit heutigen Mythen und Archetypen. 2007 erhielt er für Hamlet Sincrético unter anderem den Publikumspreis Açoreanos in Rio Grande do Sul und uruguayanischen  Kritikerpreis Florêncio für das beste ausländische Stück.  Er übernahm bislang die Regie von über vierzig Theater- und Tanzstücken sowie musikalische Produktionen, darunter Antigona BR, Don Quixote – Bom Quixote, PopMacbeth, Gebet und La Bicyclette du condamné (Fernando Arrabal). Er war zu zahlreichen Festivals in Brasilien, Uruguay, Argentinien, Venezuela, Chile und Cuba eingeladen.

Für den Karnevalszug des Jahres 2015 der Landeshauptstadt Porto Alegre debütierte er als Choreograf des ersten Sambablocks der Bambas de orgia, der ältesten Sambaschule der Stadt, wofür er vierfach prämiert wurde.

2010 publizierte er das Buch Geschichte des Straßentheaters von Porto Alegre. Er ist Herausgeber der Zeitschrift Revista Matriz, eine Fachzeitschrift für afrobrasilianische und –lateinamerikanische Kunst. Er war Mitglied des Rundfunk- und Fernsehrats der bundesstaatlichen Stiftung Piratini und des unabhängigen Ausschusses des Kultursekretariats.

Cavalo de Santo – Das Pferd des Heiligen ist ein Auftragswerk für das Gemeinschaftstheater und Oliveiras erste Regiearbeit in Europa.