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MONTY PYTHON'S SPAMALOT

MONTY PYTHON'S SPAMALOT

Ein Musical, entstanden durch liebevolles Fleddern des Monty Python Films "Die Ritter der Kokosnuss". Buch und Liedtexte von Eric Idle. Musik von John Du Prez und Eric Idle. Nach dem Originaldrehbuch von Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones und Michael Palin. Deutsch von Daniel Große Boymann.
Inszenierung Christine Hofer, Bühne Udo Hesse, Kostüme Anne Weiler, Musikalische Leitung Jochen Kilian, Choreographie Robert North, Dramaturgie Thomas Blockhaus, Dramaturgie Isabelle Küster

Im mittelalterlichen England tritt König Artus, der laut Regieanweisung „Probleme beim Zählen bis drei hat”, an, das von Pest und Cholera, Franzosen und Engländern regierte Land zu einen. Für seine Mission wirbt er die tapfersten Ritter an, die sich rund um seine Hofburg Camelot finden lassen. Doch bevor sie Kokosnüsse aneinanderschlagend England durchreiten können, sendet Gott persönlich König Artus und seine Ritter aus, um den heiligen Gral zu finden. Nun heißt es Always look on the bright side of life, denn bei ihrer Suche, die stets von der bezaubernden Fee aus dem See begleitet wird, lauern an jeder Ecke schier unlösbare Herausforderungen.

Durch liebevolles Fleddern des Monty Python Films Die Ritter der Kokosnuss entstand 2004 das mitreißende und mehrfach ausgezeichnete Musical Monty Python’s SPAMALOT, in dem das gesamte Genre Musical homorvoll durch den Kakao gezogen wird. British humour at its best!

  • Pressestimmen

    Süchtig nach den Rittern der Kokosnuss

    Die Geschichte ist aberwitzig und bekloppt, der Humor rabenschwarz, abstrus und „very british“, und die Spielfreude aller Akteure riesig: „Monty Python’s Spamalot“ hat das Theaterpublikum auf Anhieb und nachhaltig begeistert.

    Wo andere Menschen mittels Knochen, Gelenken und Muskeln ihre Bewegungsabläufe sorgsam koordinieren, scheinen bei ihm sämtliche Gliedmaßen aus Gummi zu bestehen. Henning Kallweit trabt, er galoppiert, er geht Schritt, er tanzt, er tut manch kaum Nachvollziehbares mit seinem Körper. Und ab und an möchte man ihm zu Hilfe eilen, bevor sich Arme, Beine, Hände, Füße und Kopf heillos ineinander und umeinander verheddern. Was sie dann doch nicht tun.

    Der junge Schauspieler ist Patsy, der treue Diener von König Artus, der herrlich blasiert und ein wenig tuntig unwiderstehlich in Szene gesetzt wird von Adrian Linke. Patsy ist auch das Pferd seines Herren, der vier ziemlich bekloppte Kerle (Paul Steinbach, Michael Ophelders, Ronny Tomiska und Philipp Sommer) anheuert, die ihm auf der Suche nach dem heiligen Gral behilflich sein sollen. Artus – mit dauerhaft grazil ausgestreckter linker Hand – gibt seinem Zossen die Kommandos, und los geht’s mit Hufgetrappel, das Kallweit mittels zweier leerer Kokosnussschalen erzeugt.

    Das Mönchengladbacher Publikum hat eine grandiose Premiere erlebt: Monty Python’s Spamalot hat die Herzen erobert. Hat die Menschen im Theater zweieinhalb Stunden zum Lachen gebracht, hat sie mit guter Laune in die Nacht geschickt, nachdem sie minutenlang stehend applaudiert haben. Unfassbar groß ist die Spielfreude der Akteure auf der Bühne und der Musiker im kleinen Orchestergraben. Aus dem von Zeit zu Zeit Requisiten gereicht werden – wie etwa der Strauch, der auf der Suche nach dem Gral eine große und ziemlich abstruse Bedeutung hat.

    Einmal steigt auch die Fee aus’m See aus der Tiefe empor. Um grandios ihre Divenhaftigkeit unter Beweis zu stellen. Und mit wirklich großartiger Stimme zu klagen, beispielsweise, dass sie zu selten auf der Bühne stehen darf, obwohl sie doch die entscheidende Rolle im Stück hat. Esther Keil ist die dauerhaft beleidigte, dauerhaft geltungssüchtige, dauerhaft eingebildete weibliche Hauptfigur des Stücks. Herrlich, wie sie ihre Stimme gekonnt in die Höhe schraubt, geradezu körperlich die Töne herausschleudert. Esther Keil kann in diesem Musical einmal mehr ihr wahrhaft riesiges komödiantisches Talent zeigen.

    Das gilt nicht minder für ihre Kollegen – die durch die Bank vier Rollen spielen müssen. In der Garderobe hinter der Bühne muss der Teufel los sein. Paul Steinbach etwa ist nicht nur der schöne Sir Robin mit Pott-Frisur, er taucht auch mal als Wache und als Bruder Maynard auf. Philipp Sommer ist der Noch-Nicht-Tote-Fred, Der Ritterfürst von Bi, Concorde und Sir Bedevere, der seine heftigen Flatulenzen regelrecht zelebriert.

    Für Generalintendant Michael Grosse ist der Abend ein Fest. Er darf Galahads Mutter sein, der Historiker und der Vater von Prinz Herbert, der herrlich schwul gemimt wird von Ronny Tomiska. Herrlich sind die Dialoge der beiden französischen Ritter (Michael Grosse und Michael Ophelders) über Sinn und Nutzen von „Künst“ und Baguette. Die Ritter der Kokosnuss machen süchtig. Für Freunde des britischen Humors, der hier so abgrundtief und rabenschwarz, skurril und abstrus ausgespielt wird, ist dieses Musical, das Christine Hofer unverwechselbar spaßig inszeniert hat, ein Muss.

    [RHEINISCHE POST, 9. OKTOBER 2018]

    Die tollsten Trottel der Tafelrunde

    Das Premierenpublikum wischte sich die Lachtränen ab und applaudierte Minuten lang im Stehen: „Monty Python’s Spamalot“ brachte den ausverkauften Theatersaal zum Kochen. Der Film ist Kult – das Musical besser

    Ein Rätsel, das die Menschheit seit Jahrhunderten beschäftigt hat, ist endlich gelöst: Der Heilige Gral ist entdeckt – im Krefelder Theater. Aber wen interessiert das schon? Wer hält sich mit historischen Sensationen auf, wenn er einen sensationellen Abend erlebt hat? Christine Hofer hat „Monty Python’s Spamalot“ so wunderbar inszeniert, dass die Zuschauer im ausverkauften Saal zwei Stunden lang aus dem Schauen, Staunen und Lachen nicht herauskommen. Udo Hesse (Bühne) und Anne Weiler (Kostüme) haben so überbordend fantasievolle Ideen umgesetzt, dass das Theaterpublikum großes Kino erlebt. Und das Schauspielensemble glänzt mit exaktem Timing, platziert jede Pointe auf den Punkt und so spontan, dass die in die Jahre gekommenen Gags der Monty Pythons noch mal so richtig zünden.

    Es ist das Jahr 932. Gott erteilt König Artus (grandios: Adrian Linke) mit der Stimme des Karnevalisten Johannes Kockers in breitem rheinischem Dialekt die Order, „dä Jral“ zu suchen und dabei ein bissken hinne zu machen. Die Tafelrunde, die er für seine Mission zusammenwürfelt, besteht aus liebenswürdigen Trotteln: Sir Lancelot (Michael Ophelders), der keinen Satz zu Ende bringt, Sir Robin (Paul Steinbach), der ständig stiften gehen will, und dem engelsblonden Sir Galahad (Ronny Tomiska), der sich lieber den feuchtfröhlichen Ausschweifungen in Camelot widmen würde. Doch nichts ginge ohne Artus‘ getreuen Gehilfen Patsy (zwerchfellstrapazierend: Henning Kallweit), der mangels eines Pferdes mit Kokosnusshälften Hufgetrappel imitiert, alle Grundallüren beherrscht und den König der Angelsachsen in jede Schlacht führt – gegen Plüschkühe, Killerkaninchen und baguette-bewährte Franzosen, quer durch alle zeiten, Trends und historische Ereignisse. Flink trippeln die Ritter hinterher. Tanz und Bewegung hat das Ensemble mit Ballettdirektor Robert North einst Christine Hofer hält sich dicht an die Monty-Python-Vorlage. Aber sie führt das Ensemble an der langen Leine, und alle Schauspieler nutzen den Freiraum, um sich als Erzkomödianten zu beweisen. Sie wechseln Rollen und Kleider, lassen Feuerwerksfunken sprühen und Schwerter kreisen, hauen mit goldenen Schüppen und singen herzerwärmend schön. Esther Keil aus „Fee aus’m See“ gibt die verkannte Diva mit melodramatischem Glanz und Philipp Sommer ist als noch nicht toter Fred und Ritterfürst vom Ni ein sympathischer Spaßvogel. Zu den brillantesten Szenen gehören die Dialoge der französischen Ritter (Michael Grosse – auch als Galahads Mutter grandios – und Michael Ophelders) über Sinn und Nutzen von „Künst“ und Baguette.

    Jochen Kilian und seine Band geben den Ohrwürmern aus einem kleinen Orchestergarben ordentlich Futter. Und die fürs Stück eigens gecasteten Zusatzdarsteller zeigen darstellerische Klasse. Am Ende ist klar, nicht nur der Gral ist gefunden, auch die Mission, Krefeld ein erfolgreiches Musical zu bescheren, ist geglückt. Das Publikum feiert es mit standing ovations- minutenlang.

    [RHEINISCHE POST, 5. FEBRUAR 2018]

    Schrille Ritter verzaubern das Publikum

    Nach der Premiere von „Monty Python’s Spamalot“ gibt es stehende Ovationen. Auch Krefeld kommt im Musical vor.

    Nahezu der komplette Zuschauerraum und Rang stand auf und spendete begeisterten Beifall: Für das Musical „Monty Python’s Spamalot“ gab es standing ovations. Der großartige Erfolg gründet sich auf die amüsante Story mit ihren permanenten Selbstreflexionen und natürlich auf das, was das Ensemble aus der Vorlage gemacht hat.

    ie großen Lacher gibt es für all die anderen köstlichen Einfälle von Regisseurin Christine Hofer und ihrer Mannschaft. Wie etwa Henning Kallweit – seit Beginn der Spielzeit dabei – der als Patsy synchron hinter König Artus hinterher reitet. Artus wiederum wird überzeugend gegeben von Adrian Linke. Mal ist er glorreicher Ritter, mal überforderter König mit leicht hilflosen Gehabe, mal Charmeur. Artus nämlich kommt mit der glänzenden Fee aus dem See zusammen, die eigentlich eine frustrierte Diva ist. Esther Keil singt die Fee – ihre Arien erinnern nicht von ungefähr an die Ohrwürmer von Andrew Lloyd Webber. Die Fee aus dem See ist nur ein Element, dass von den Autoren einem Musical zugeordnet wird; der Erzähler (Michael Grosse), und auch die Protagonisten kommentieren den Handlungsablauf.

    Intendant Grosse tritt in mehreren Rollen auf und erweist sein komisches Talent. Ronny Tomiska schlüpft gleich in fünf Rollen und erntet besonders viel Applaus als tuckiger Prinz Herbert mit weißen Pumps und Spitzen. Auch die übrigen Ritter, Paul Steinbach, Michael Ophelders und Philipp Sommer, bewältigen mehrere Rollen. Die Kostüme von Anne Weiler sind lustig, bunt, fantasievoll – das Musical ist auch optisch ein großer Spaß.

    Udo Hesse hat mit eher sparsamen Mitteln eine vielfältige Szenerie entworfen und versetzt damit seine Figuren vom Schloss in den „sehr teuren Wald“ oder nach „Las-Camelot-Vegas“.

    Die DarstellerInnen des Zusatzensembles sind ein großer Gewinn für diese Aufführung. Denn sie können singen, tanzen, spielen und betonen das schwungvolle Element in diesem Musical, das sich und seine Gattung ständig selbst auf die Schippe nimmt. Die gelungene Choreographie hat Ballettdirektor Robert North beigesteuert. Ohne die Live-Musik wäre das Stück nicht so gelungen: Die Musiker um Jochen Killian, meist im halben Orchestergraben, aber auch mal kurz auf der Bühne, geben Schwung. Den heiligen Gral finden die Ritter natürlich auch. Ein großer Spaß, für die Menschen vor und auf der Bühne. Und bei der Zugabe haben fast alle mitgesungen: „Always look on the bright side of life!“

    [WESTDEUTSCHE ZEITUNG, 5. FEBRUAR 2018]