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Otello darf nicht platzen (Lend me a Tenor)

Otello darf nicht platzen (Lend me a Tenor)

Musical von Peter Sham und Brad Carroll nach der Komödie von Ken Ludwig
Musikalische Leitung Andreas Fellner, Inszenierung Ansgar Weigner, Bühne und Kostüme Christian Robert Müller, Choreografie Andrea Danae Kingston, Choreinstudierung Michael Preiser, Dramaturgie Ulrike Aistleitner

Der weltberühmte Opernstar Tito Merelli hat ein Gastspiel als Titelheld in Giuseppe Verdis Otello an der Cleveland Grand Opera zugesagt. Max, Regieassistent des Theaters und leidenschaftlicher Amateursänger, wartet seit Stunden in der Hotelsuite auf den verspäteten Tenor. Der Operndirektor befürchtet das Schlimmste. Endlich erscheint Merelli – mit seiner Frau Maria im Schlepptau.
Weil er zu viel gegessen und getrunken hat, fühlt er sich allerdings unwohl und verweigert die Generalprobe. Max’ Freundin Maggie bringt die zur Eifersucht neigende Tenorgattin so in Rage, dass diese ihren Mann verlässt. Als der Opernstar den Abschiedsbrief seiner Frau entdeckt, will er sich mit Beruhigungsmitteln das Leben nehmen. Er versinkt in einen Tiefschlaf, der ihn wie tot wirken lässt.
Der Operndirektor rast, die Vorstellung droht zu platzen und Max wittert seine große Chance: Schon lange träumt er von einer Karriere als Sänger und bietet sich als Otello an. Zunächst scheint alles nach Plan zu verlaufen, bis der scheintote Tenor plötzlich unverhofft aus seinem Tiefschlaf erwacht …

Ken Ludwigs Boulevard-Komödie Otello darf nicht platzen wurde 1986 am Broadway uraufgeführt und zählt bis heute zu den beliebtesten Dauerbrennern des Genres. 2006 wurde die Farce über den täglichen Wahnsinn an einem Opernhaus in den USA erstmals auch als Musical aufgeführt. Die Inszenierung von Ansgar Weigner, der am Gemeinschaftstheater zuletzt Paul Linckes Operettenklassiker Frau Luna zu einem Publikumsmagneten gemacht hat, verspricht erneut kurzweilige Unterhaltung mit temporeichen Dialogen und schwungvoller Musik.

In Kooperation mit dem Stadttheater Bremerhaven.
Erstaufführung am Theater Krefeld und Mönchengladbach.

  • Pressestimmen

    Otello-Streit auf der Muscialbühne

    Bei der Premiere des Musicals „Otello darf nicht platzen“ hatte das Publikum eine Menge zu lachen. Ansgar Weigner hat eine turbulente Komödie inszeniert, (…) – und eroberte das Publikum im Handumdrehen. (…) Lustvoll feuert diese Garde alle Pointen ab, konzentriert sich auf exaktes Timing, singt und tanzt, was das Zeug hält. Vor allem Witzel, Seefing und Kuhn mit ihrem Querschnitt durchs Opernfach glänzen. Christian Robert Müller hat die Figuren liebevoll ausstaffiert, auf der Bühne passen nicht nur die Positionen und Anschlagrichtungen der Türen. Es ist ein exaktes Uhrwerk, in dem alle Rädchen rundlaufen und der Zuschauer mit allen Figuren mitleiden möchte, die sich immer tiefer verstricken. Das Motto des Startenors heißt „Ich singen Otello uberall. Nessun problema“. Doch die Probleme sind die Würze bei diesem schnellen, turbulenten Abend. Das Publikum spendete ausgiebig Beifall, einige Gruppen standen auf beim Schlussapplaus und forderten eine Zugabe. [Petra Diederichs, Rheinische Post, 12. 3. 2018]

     

    Drei Otellos sorgen für ein fantastisches Verwirrspiel

    (…) All das ist glänzend gespielt und gesungen von Lukas Witzel, der als Max-Otello mit seinen unterschiedlichen Stimmqualitäten begeisterte. Markus Heinrich als Operndirektor Saunders, lebendig überzeugend, die Operndiva, von Gabriela Kuhn gekonnt als Opernszenenspiel dargeboten, Maria Merelli von Susanne Seefing adäquat gespielt und gesungen – und nicht zuletzt der Star Tito Merelli von Andrea Matthias Pagani überlegen gesungen und gespielt. Die Regie von Ansgar Weigner nutzt das Spiel mit Witz und Charme ohne in Klamauk zu verfallen. Immer wieder schimmert eine Ernsthaftigkeit durch die Dialoge, die das Wesen der Komödie ausmachen. (…) Eine gelungene Premiere, die mit sehr viel Nachdenklichkeit und Witz aufwartet. Sehenswert. [Ute Büchter-Römer, Westdeutsche Zeitung, 12. 3. 2018]

     

    Grandioses Musical – hinreißende Unterhaltung

    Regisseur Ansgar Weigner ist der ideale Regisseur. Er setzt alles bravourös – nicht nur mit dem Charme der großen Blake Edwards Filme – sondern höchst theaterkenntnisreich unterhaltsam bis in die Nebenrollen hinein feinsinnig durchdacht – in Szene. Die Anspielungen an Opern, bekannte Musicals und Theaterstücke sind so ungeheuer vielfältig, dass man sie nicht aufzählen kann (…) Und wenn die Operndiva (die grandiose Gabriela Kuhn) ihrem angebeteten Superstar im Hotelzimmer ein Sammelsurium aller großen Opernarien in Kurzform präsentiert, dann brüllt das Haus. (…) Dirigent Andreas Fellner und seine handverlesenen Musiker bringen einen souveränen Sound, die Microports sind endlich einmal perfekt eingemessen. Und überhaupt klappt an diesem sieben Sterne Abend wirklich alles und alles harmoniert superb. Stern Nr.1 für die Regie, Nr.2 für die Band (im Programmheft unbenannte Mitglieder der Niederrheinischen Sinfoniker), einen weiteren für die phantasievollen Kostüme (Christian Robert Müller), Nr.4 für die ausgefuchste Choreografie (Andrea Danae Kingston), Nr.5 für den tollen Chor (Michael Preiser), Nr.6 für die drei superben Musical-Gäste in den Hauptrollen (Elena Otten/Maggie, Andrea Matthias Pagani/Tito und Lukas Witzel/Max) und den letzten vergibt der Rezensent an alle Mitglieder des Haus-Ensembles, die brillieren als habe man bisher immer schon auf dem Broadway agiert. Bravissimo! [Peter Bilsing, Der Opernfreund, 11.3.2018]

     

    Sei du selbst!

    (…) Das Regie-Team um Ansgar Weigner vertraut dem Komik-Potenzial der Vorlage und schafft es, das Publikum mit einer kurzweiligen Boulevard-Musical-Komödie bestens zu unterhalten. (…) Weigner gelingt es, mit einer detaillierten Personenregie die zahlreichen Pointen punktgenau zu setzen und spult die Geschichte präzise wie ein Uhrwerk ab. (…) Eine solche Inszenierung steht und fällt natürlich mit den Darstellern, wobei das Theater Krefeld neben drei großartigen Gästen auch über für die Rollen prädestinierte Ensemble-Mitglieder verfügt. Da ist zunächst einmal Debra Hays zu nennen, die die Opernsängerin Diana Divane zu einer wahren Diva mutieren lässt. (…) Markus Heinrich nimmt man den gestressten und überforderten Operndirektor Henry Saunders in jedem Moment ab. (…) Andrea Matthias Pagani gestaltet die Partie des Tito Merelli mit großem Spielwitz und mimt glaubhaft einen leidenschaftlichen Italiener, der bei aller Liebe zu anderen Frauen schließlich doch bei seiner Maria bleiben will. (…) Lukas Witzel ist eine Idealbesetzung für Max. Ihm gelingt eine glaubhafte Entwicklung vom etwas unbeholfenen Assistenten, der vergeblich die Tochter des Chefs anhimmelt, zum selbstbewussten Opernsänger, der dank Tito erkennt, welches Talent wirklich in ihm schlummert, und der so die Vorstellung von Otello retten kann. Elena Otten überzeugt als Maggie durch wunderbare Tanzeinlagen mit Witzel. Auch spielt sie ihre Zuneigung zu Tito Merelli so glaubhaft aus, dass man eigentlich kaum nachvollziehen kann, wieso Max ihr am Ende verzeiht und sie doch noch glücklich in seine Arme schließt. (…) Andreas Fellner zaubert mit den Musikern der Niederrheinischen Sinfoniker einen flotten Musical-Sound aus dem Orchestergraben, und auch der Chor des Theaters Krefeld und Mönchengladbach unter der Leitung von Michael Preiser punktet durch homogenen Klang und selbstironisches Spiel. [Thomas Molke, Online Musik Magazin, 24.3.2018]

    Humorvoll: „Otello darf nicht platzen“ in Krefeld

    (…) Regisseur Ansgar Weigner hat nicht nur sehr temporeich inszeniert, sondern zündet auch noch ein Gag-Feuerwerk nach dem anderen. Das Timing ist dabei geradezu perfekt und jede Pointe sitzt – so geht Musical Comedy! (…) Auch bei der Besetzung wurde am Niederrhein ein mehr als glückliches Händchen bewiesen. Da ist zunächst Markus Heinrich in der Rolle des Operndirektors Henry Saunders. Er beweist ein gutes Timing und einen ausgefeilten Hang zur Komik, wirkt nie überzogen albern, sondern agiert immer auf den Punkt. Zahlreiche Lacher auf ihrer Seite hat zudem Debra Hays als Operndiva Diana Divane, wenn sie einen kleinen Ausschnitt ihres Repertoires präsentiert. Ob Walküre, Madama Butterfly oder Carmen – die schnellen Rollenwechsel, die sie hinreißend durch verschiedene Requisiten unterstreicht, gelingen Hays großartig und das Publikum feiert sie dafür völlig zu Recht. Im Schatten des Startenors Tito Merelli steht dessen Ehefrau Maria, blendend gespielt von Gabriela Kuhn. Sie weiß ihre wenigen Auftritte für sich zu nutzen, gibt erst die zurückhaltende Ehefrau und entpuppt sich ziemlich schnell als impulsiv-dominanter Drache. Eine Wucht ist außerdem Andrea Matthias Pagani als Tito Merelli. Mit italienischem Akzent und strahlendem Tenor verleiht er seiner Rolle die nötige Authentizität. Er mimt einerseits den Weiberhelden und Bühnenstar, ist eigentlich aber ein zutiefst sensibler und gebrochener Mann. Diesen Part meistert Pagani gesanglich wie schauspielerisch erstklassig. Die Entdeckung dieser Produktion ist der Newcomer Lukas Witzel als Max. In der Rolle des Regieassistenten gibt er zunächst den schüchternen, leicht nervös wirkenden, unterwürfigen Diener. Durch den Ausfall des Startenors aber erhält Max die Chance seines Lebens und darf die Titelpartie in der Oper „Otello“ singen. Von diesem Moment an avanciert Witzel zum selbstbewussten Schaumschläger. Schauspielerisch gelingt ihm dieser nicht einfache charakteristische Wandel einerseits glaubhaft, andererseits sehr witzig, ohne in den Klamauk abzudriften. Und auch gesanglich lässt er keine Wünsche offen. Ob nun solo, im Duett mit Andrea Matthias Pagani als Merelli oder im Duett mit Elena Otten als Maggie – Lukas Witzel überzeugt mit seiner strahlenden Tenorstimme in jedem Lied. Die zweite Entdeckung dieser Produktion ist Elena Otten als Maggie. Mag ihr Part buchbedingt zwar etwas eindimensional und klein ausgefallen sein, holt sie dennoch alles in ihrer Macht stehende aus der Rolle heraus. Ihre sympathische Ausstrahlung kommt ihr dabei genauso zugute wie ihr authentisches Schauspiel – die für Merelli schwärmende Tochter des Operndirektors nimmt man ihr zu jeder Sekunde ab und mit ihrer gefühlvollen Stimme vermag sie ebenfalls zu glänzen. So hat das Krefelder Theater mit „Otello darf nicht platzen“ also wahrlich eine kleine Perle unter den Musicals auf dem Spielplan – diese humorvolle wie intelligente Musical Comedy mit der wunderbaren Musik und der durchweg hervorragenden Besetzung macht unglaublich viel Spaß.

    [Dominik Lapp, Kulturfeder, 21.5.2018]