Vorheriges
Nächstes
Carmen

Carmen

Oper in vier Aufzügen - Dichtung nach einer Novelle von Prosper Mérimée von Henri Meilhac und Ludovic Halévy - Musik von Georges Bizet - In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln - Konzertante Aufführung mit Videoeinspielungen - Reduzierte Orchesterfassung von Gerardo Colella
Musikalische Leitung Mihkel Kütson, Konzeption, Videoregie und Kostüme Kobie van Rensburg, Chor Maria Benyumova, Dramaturgie Ulrike Aistleitner

Carmen ist eine Frau, die weiß was sie will, und die sich über alle Hindernisse hinwegsetzt, um ihre Ziele zu erreichen. Auch Don José verfällt ihrer faszinierenden erotischen Ausstrahlung und – wird von ihr ins Verderben gezogen. Dass Georges Bizets letzte Oper zu den meistgespielten überhaupt zählt, liegt einerseits an der Faszination für die heißblütige Titelheldin, die alle Konventionen sprengt, zum anderen ist es Bizets Musik, die mit Couleur locale das Temperament und die Lebensfreude Spaniens aufgreift.

In der konzertanten Aufführung erklingen die bekanntesten Arien, Duette und Ensembles des weltberühmten Meisterwerks. Ästhetisch ergänzt wird die Handlung durch Videosequenzen, die Tänzerinnen und Tänzer der Ballettkompanie zeigen.

Kobie van Rensburg zeigt in seiner neuen Arbeit für das Gemeinschaftstheater, dass Kreativität und eine kluge ästhetische Konzeption der Schlüssel für die aktuell eingeschränkten Aufführungsmöglichkeiten sein kann.

Aufführungsdauer ca. 90 Minuten, keine Pause

  • Pressestimmen

     

    Carmen als riesiges Kartenspiel der Gefühle

    Die konzertante Aufführung mit Videoeinspielungen in der Konzeption von Kobie van Rensburg wurde gefeiert. Das Publikum zeigte sich hingerissen: Die Premiere von Bizets „Carmen“ auf der großen Krefelder Bühne war ein großer Erfolg. (…) die Einschränkungen im künstlerischen Leben haben eine sehr besondere Kreativität freigesetzt, die den Opernabend zu einem sehr beeindruckenden Erlebnis machen. (…) Vier junge Sänger vom Opernstudio füllen ihre Rollen glücklich aus: Robin Grunwald (Remendado), Guillem Batllori (Dancairo), Maya Blaustein als Frasquita und Boshana Milkov (Mercedes). Johannes Schwärsky ist ein überwältigender Escamillo, Sophie Witte eine herzenswarme, leuchtende Micaela, David Esteban ein dem Schicksal ergebener überzeugender Don José, Hayk Deinyan singt den Zuniga. Für die lodernde Carmen von Eva Maria Günschmann kamen die ersten Bravi. (…) Dieses neue Format in Zeiten von Corona ist eine glückliche Lösung für die Menschen vor, auf und hinter der Bühne. [Christina Schulte, Rheinische Post, 14.9.2020]

     

    Opern-Highlight unter Corona-Bedingungen

    (…) Und da im Orchestergraben die Abstandsregel nicht eingehalten werden kann, positionierte Generalmusikdirektor Mihkel Kütson seine verkleinerte Truppe von rund 20 Musikern einfach auf die Bühne selbst. Das tat dem musikalischen Genuss keinen Abbruch. Kraftvoll und voluminös erklangen die beliebten Stücke der Oper, die im Laufe eines Jahrhunderts zu veritablen Ohrwürmern geworden sind. Zudem hat das Publikum die Möglichkeit, den Musikern und ihrem Dirigenten buchstäblich auf die Finger zu sehen. (…) Die Arien kamen akustisch so vollendet herüber, dass sich nach jedem Stück Zwischenapplaus erhob. Nun ist eine Oper aber mehr als nur Konzert und Gesang. Und so hatte sich die Theaterleitung eines alten Bekannten erinnert, dessen Markenzeichen die Videokunst ist: Kobie van Rensburg. Für Corona-Zeiten, in denen das Spiel auf der Bühne wegen der Abstandsregel ausfallen muss, ein Glücksfall. (…) So sorgten die Einschränkungen durch Corona dafür, dass ein ganz eigenwilliges Regiekonzept entstand, das die beliebte Oper um Liebe und Tod in neuem Licht erstrahlen ließ. (…) Ein begeistertes Premierenpublikum quittierte die Aufführung mit nicht enden wollendem Applaus, der in rhythmisches Klatschen überging. [Ernst Müller, Extra Tipp, 20.9.2020]

     

    Carmen

    (…) Es glitzert, sprüht Funken, die Luft vibriert in glühender Hitze. Es ist alles da. Die ausgedünnten Niederrheinischen Sinfoniker schaffen es, wie ein voller romantischer Apparat zu klingen. (…) Mihkel Kütson hat seine Musiker*innen perfekt aufgestellt und kitzelt aus der Besetzung den feinen kammermusikalischen Ton, den vollen Orchesterklang und manchmal auch gezielt eine raue Direktheit wie von in einem Kaffeehaus-Ensemble. Perfekte Auslotung des Möglichen. (…) Van Rensburg dosiert die Videoeinspielungen sehr geschickt und hat nicht den Ehrgeiz, alles durch zu erzählen. So bleibt der Fokus klar auf zentralen Augenblicken und Wendepunkten der Geschichte, die in den Bildern symbolisch und emotional verschärft werden.(…) Eva Maria Günschmann überrascht in der Titelpartie. Erstaunlich kühl und abgeklärt klingt ihre Carmen. Was zunächst zu wenig leidenschaftlich klingt, entpuppt sich bald als Ausdruck großen Selbstbewusstseins und weiblicher Unabhängigkeit, gelegentlich gewürzt mit einer schönen zynischen Überlegenheit. Der Bariton Rafael Bruck singt einen Escamillo, der nahezu perfekt ist. Die leichten Schwierigkeiten in den tiefsten Passagen der Partie gleicht er bravourös durch eine leidenschaftliche Geschmeidigkeit aus, die alle Sympathien auf seine Seite zieht. Sensationell ist Sophie Witte als Micaëla. So unglaublich rein, jugendlich und ehrlich klingt ihr Sopran, dass ihre unschuldige Verstrickung in die Geschichte unmittelbar erlebbar wird und eine tragische Größe bekommt.(…) Es ist gerade nicht die Zeit der großen Regiekonzepte und Neudeutungen. (…) In dieser Hinsicht allerdings ist diese »Carmen« ein außerordentlich sehens- und bedenkenswerter Ansatz. [Honke Rambow, kultur.west (online), 18. September 2020]

Abo-Hotline
0800 / 08 01 808
Jetzt informieren!