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Der Raub der Sabinerinnen

Der Raub der Sabinerinnen

Komödie in vier Akten von Franz und Paul von Schönthan
Inszenierung Thomas Goritzki, Bühne und Kostüme Heiko Mönnich, Dramaturgie Martin Vöhringer

Gymnasialprofessor Gollwitz liebt das Theater. Aber nur heimlich. Auch seine vor Jahren eigenhändig verfasste Römer-Tragödie Der Raub der Sabinerinnen holt der Professor nur aus der Schublade, wenn die Luft rein, das heißt, die Gattin Friederike außer Haus ist. Als Theaterdirektor Emanuel Striese, der mit seiner Wanderbühne in der Kleinstadt gastiert, zufällig Wind von dem Stück bekommt,wittert er mit dessen Uraufführung einen ausverkauften Saal, und unterstützt vom theaterbegeisterten Dienstmädchen Rosa und von Schwiegersohn Leopold willigt Professor Gollwitz in das Abenteuer ein. Jetzt oder nie, denn Frau Friederike ist mit der jüngsten Tochter Paula auf Bäderreise an der Ostsee. Plötzlich aber kehren die beiden verfrüht zurück, und beim Versuch, die wahre Identität von Theaterdirektor Striese zu verschleiern, zieht sich mit jeder Notlüge die Schlinge weiter zu. Am Abend der Premiere kommt es zum Knall!
Ein Komödienklassiker rund um die Theaterleidenschaft – mit einem echten Theaterdirektor als Theaterdirektor!

  • Pressestimmen

    Die Habenichtse und die Bürgerlichen

    Sein Faible fürs Theater muss Professor Gollwitz geheim halten. Diese „Geliebte“ schickt sich nicht für einen studierten. Die Komödie „Der Raub der Sabinerinnen“ ist ein ausgelassenes Lustspiel mit warmherziger Komponente.

    Das Fahrende Theatervolk braust mit einem VW-Bulli auf die Bühne. Das Vehikel hat keine Räder, die Füße der Schauspieler bringen es in Bewegung. Vollbremsung, alle steigen aus, schleppen sämtliche Bühnenrequisiten mit sich, richten sich ein. Fertig, das Stück kann beginnen. So rasant wie der Einstieg ist die Komödie. Es geht mehr oder minder drunter und drüber. Heimlichkeiten. Lügen, Verdächtigungen, Chaos: Alles was ein unterhaltsames Lustspiel braucht […].

    Nur einmal, da verstummen die Schauspieler, wird auch das Publikum ganz ruhig. Theaterdirektor Emanuel Striezel, unfassbar, komisch, aber auch rührend von Generalintendant Michael Grosse verkörpert, wird in seiner Ehre aufs gröbste beleidigt. Dr. Leopold Neumeister (Paul Steinbach), Schwiegersohn von Professor Martin Gollwitz (Michael Ophelders) brüllt: „Ach, sie und ihr Schmierentheater!“

    Grosses Monolog gerät zur Liebeserklärung an das Theaterleben […].

    Anders als in anderen Komödien geht es in „Der Raub der Sabinerinnen“ nicht um zwischenmenschliche Betrügereien im Sinne von Fehltritten oder Affären. In diesem Stück betrügt Professor Gollwitz seine Frau mit seiner Liebe zum Theater. Da sie als gutbürgerliche Dame mit reichlich Dünkel nicht teilen kann. Die Theaterleute, das sind die Nichtsesshaften, die Habenichtse, die unberechenbaren. […]

    Auf der Bühne ist der Teufel los. Die Szenenabfolge ist rasant, die vier Türen sorgen dafür, dass jederzeit jemand verschwinden oder auftauchen kann. Und die Spielfreude der Akteure ist unbändig. Die wie immer großartige Esther Keil als hochnäsige, verwöhnte Professorengattin, Tochter Paula, frisch und wunderbar interpretiert von Vera Maria Schmidt, Marianne (Jannike Schubert), selbstbewusste Gattin von dem leicht desorientierten Leopold Neumeister (Paul Steinbach), und ausdrucksstark und stimmgewaltig – Joachim Henschke als Karl Groß. Philipp Sommer […] Sohn Emil Groß, der sich dem Fahrenden Volk angeschlossen hat, und Eva Spott, die das Dienstmädchen Rosa im Hause Gollwitz spielt, sorgt für Leichtigkeit und Witz. Sie ist es die das irre Spiel am besten durchschaut. Und dann ist da noch der Schuldiener Meißner. Gespielt von Henning Kallweit. Muss man nichts zu sagen. […]

    Gehen Sie hin, gönnen Sie sich dieses Stück […]. Sie werden es nicht bereuen.

    (Rheinische Post, Mönchengladbach, 3.12.2019, Inge Schnettler)

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