Der Sturm / Ein Sommernachtstraum

Der Sturm / Ein Sommernachtstraum

Ballettabend von Robert North nach William Shakespeare - Musik von Jean Sibelius und Felix Mendelssohn Bartholdy
Musikalische Leitung Diego Martin-Etxebarria, Choreografie Robert North, Choreografieassistenz Sheri Cook, Bühne Andrew Storer, Bühne Udo Hesse

„Der Stoff, aus dem die Träume sind“ – dieses bekannte Shakespeare-Zitat könnte als Motto über dem neuen Ballettabend von Robert North stehen, in dem er seine Tanzadaptionen Der Sturm und Ein Sommernachtstraum präsentiert. In beiden Werken beeinflussen Zauberkräfte, Geisterwesen und Natur die Menschenwelt, Reales und Fantastisches greift ineinander, die Grenze zwischen Leben und Traum ist ambivalent.
Im Sturm stranden Schiffbrüchige auf einer abgelegenen Insel. Hier lebt Prospero mit seiner Tochter Miranda und hat dank magischer Kräfte die Herrschaft auf der Insel übernommen, unterstützt von dem Luftgeist Ariel. Machtkämpfe und Intrigen, Rache und Vergebung, Menschlichkeit und Liebe – aus diesen Ingredienzien knüpft Shakespeare kunstvoll seine Handlungsfäden.
Das Sujet inspirierte Jean Sibelius (1865-1957) zur Komposition einer Bühnenmusik, die Situationen und Charaktere fantasievoll, bildhaft und mit leuchtenden Orchesterfarben
ausdeutet – wie geschaffen für eine tänzerische Umsetzung.

Der Reiz des Sommernachtstraums beruht auf seiner Vieldeutigkeit. Dramatik, Leidenschaft, Heiterkeit und Komik bestimmen das Geschehen, wenn Menschen- und Geisterwelt im nächtlichen Wald aufeinanderprallen, wo die Liebe sich als elementare und zugleich unbeständige Kraft Bahn bricht.
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) ist es gelungen, die Poesie und zauberische Atmosphäre des Stoffes kompositorisch kongenial einzufangen. Seine Schauspielmusik mit dem berühmten Hochzeitsmarsch charakterisiert Liebespaare, Handwerker, Elfenreich und das Walten der Naturkräfte mit einer facettenreichen, plastischen Tonsprache.