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Dreck

Dreck

von Robert Schneider
Inszenierung Steve Karier, Dramaturgie Martin Vöhringer

Sad, so nennt er sich, verkauft Rosen. Jede Nacht bricht der junge Mann auf und läuft mit einem Strauß roter Rosen von Kneipe zu Kneipe. 50 Rosen, 58 Lokale, 12 Kilometer.
Sads Heimatstadt, so erzählt er, ist das irakische Basra, die er wegen des Kriegs verlassen hat. „Ich bin Deserteur. Ich wollte Deutsch lernen, nicht Krieg!“ Und nun ist er zwar endlich dort, wo man seine geliebte deutsche Sprache spricht, aber er ist illegal hier, er ist ein Araber und niemand redet mit ihm.
Sad erzählt von seinem Leben als Fremder und macht sich dabei die Ablehnung, die ihm entgegenschlägt, auf groteske Art zu eigen. Er zieht sich die rassistischen Klischees und Stereotype an wie einen für ihn bestimmten Anzug. – Eine Unterwerfungsgeste? Ein provokantes Spiel? Oder beißender Spott?

Hoyerswerda 1991 – Mölln 1992 – Rostock- Lichtenhagen 1992 – Solingen 1993, das waren die schlimmsten fremdenfeindlichen
Pogrome und Terroranschläge im damaligen Deutschland. Der Anschlag in Hanau 2020 zeigt uns, ein historisches Stück ist der 1991 geschriebene Monolog immer noch nicht.

Mit freundlicher Unterstützung:

Besetzung

In einzelnen Vorstellung kann die Besetzung varieren

  • Pressestimmen

    Klassenzimmerstück „Dreck“ im Hugo

    Die Requisite ist minimal, aber die Botschaft riesig. Der syrische Schauspieler Raafat Daboul spielt den Flüchtling Sad. Das Monodrama von Robert Schneider bietet das Theater den Gladbacher Schulen an.

    Ein Schauspieler, ein Strauß Rosen und ein brauner, antik aussehender Holzstuhl. Mehr gehört nicht zum Theaterstück, das am Montagvormittag im Hugo-Junkers-Gymnasium Premiere feierte. Trotz der minimalen Requisite ist seine Botschaft groß. […] Aufgeführt wurde das Stück vor dem Deutsch-Leistungskurs der elften Klasse des Gymnasiums.

    Alina Meng und Tina Schmidt haben vor Beginn noch gar keine Idee davon was gleich passieren wird. „Vielleicht wird es interaktiv und wir müssen irgendwas machen“, überlegen sie.  […]

    Der Stuhl spielt in der Inszenierung eine große Rolle. „Denn es ist mein Stuhl, wenn auch nicht rechtmäßig. Er ist meine Heimat und hier sitze ich. Das machen viele von uns – sitzen, warten und die Heimat vermissen.“, sagt Sad (Raafat Daboul).

    Das Stück hat das Ziel, die Schüler emotional zu berühren, erklärt Theaterpädagogin Maren Gambusch. „Wir haben uns bewusst gegen eine rein Pädagogische Aufführung entschieden, die einfach erklärt, dass Fremdenfeindlichkeit schlecht ist.“ Vielmehr solle das Stück die Schüler mitnehmen, ihnen das Schicksal und die Geschichte eines einzelnen Menschen erzählen, statt Geflüchtete in der Gruppe zu zeigen. […]

    Alle sind sichtlich berührt von dem was  sich gerade in ihrem Klassenzimmer abspielt. Tina Schmidt und Alina Meng fassen die Aufführung mit einem Wort zusammen: „Intensiv.“ Ihrer Meinung nach war es anders als zu Beginn gedacht, es war nicht interaktiv, dennoch wurde jeder Schüler emotional angesprochen und involviert. […]

     

    (Von Elena Da Silva, Rheinische Post, Mönchengladbach, 04.12.2019)

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