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QUEEN´S LAST NIGHT

QUEEN´S LAST NIGHT

Songdrama von Frank Matthus und Jochen Kilian (Uraufführung)
Musikalische Leitung Jochen Kilian, Inszenierung Frank Matthus, Bühne und Kostüme Anne Weiler, Choreografie Kerstin Ried, Dramaturgie Thomas Blockhaus

Das gute alte Kaufhaus QUEEN´S muss schließen. Selbst der Slogan „Bei uns sind die Kundinnen Königinnen“ hat zuletzt nicht mehr gezündet. Wehmütig dreht der Nachtpförtner nach dem letzten Verkaufstag seine Runden und verweilt wie an jedem Abend bei den Schaufensterpuppen, seinen „Königinnen“. Ihnen gehört sein Herz, sie waren und sind sein Leben. Bevor er ganz im Abschiedskummer versinkt, beginnt sich die Welt um ihn herum zu verwandeln und phantastische Dinge geschehen.

Die Musik der britischen Kultband QUEEN steht im Zentrum dieses musikalisch-szenischen Abends, den Frank Matthus und Jochen Kilian entwickelt haben. Der vielstimmige Live-Gesang des Ensembles wird von Jochen Kilian am Klavier begleitet.

„We Will Rock You.“

  • Pressestimmen

    Tusch für die Künstler! Stehende Ovationen und jubelnder Beifall für die Uraufführung von „Queen’s Last Night“! Musiker Jochen Kilian und Regisseur Frank Matthus haben mit sieben Schauspielern ein prächtiges, opulentes, facettenreiches Songdrama auf die Krefelder Bühne gebracht. Das ist ihnen so außerordentlich gut gelungen, weil sie sich mit der Musik und den Inhalten der Songs der berühmten Gruppe Queen aufs Genaueste befasst haben, weil sie eine magische Geschichte dazu entwickelt haben und weil sie die Schauspieler je nach Stimme und Talent in ihre Rollen eingesetzt haben. Es fängt mit einer Durchsage des Geschäftsführers im Kaufhaus „Queen’s“ an: „Wir schließen zum letzten Mal.“ […] Der traurige Nachtpförtner (Bruno Winzen) schlurft an einem überdimensionierten ‚Q‘ vorbei, das eine Treppe mit rotem Teppich einrahmt. Am Fuß der Treppe stehen auf zwei Podesten seine Königinnen Maria Stuart und Elisabeth I.: Es sind Schaufensterpuppen in historischen Gewändern. Die anderen längst verblichenen Schwestern sind Viktoria und Maria Antoinette. Der Pförtner versichert sie seiner Zuneigung und drückt auf den Knopf am Schaltkasten. Eine wundersame Verwandlung mit Blitz und Donner setzt ein: Die Figuren werden lebendig. Und tragen ihre Fehden aus, in wohlgesetztem Theater-Englisch. Kilian im Amadeusgewand, benannt Rapid Roy, die Rockratte im Keller des Kaufhauses, hat seinen Orchestergraben bezogen und gibt den Ladys einen barocken Auftakt, verortet in ihrer Lebenszeit. Und dann gehen sie über zum ersten Song „Save Me“.[…] Die inhaltliche Fülle in diesen Liedern ist faszinierend. Es ist alles drin und für jeden was für die derzeitige Lage: Liebe, Eros und Tod und sämtliche anderen Fragen des Lebens. […] Esther Keil ist eine majestätische Elisabeth und zeigt wieder einmal, was sie kann. Szenenapplaus nicht nur einmal. Jannike Schubert ist ihre Gegenspielerin und überrascht später mit dem swingenden „My Melancholy Blues“. Carolin Schupa lässt ihren Reifrock kokett schwingen und ist nachher eine sehr junge anrührende Greta. Paul Steinbach mit Freddy-Mercury-Schnauzbart gibt eine herrlich grantige Viktoria und Ronny Tomiska ist ein dynamischer Superman. Überraschung: Adrian Linke bestens aufgestellt als Elisabeth II mit Hut und Handtasche und grünen Handschuhen. Alle bewegen sich nach einer Choreographie (Kerstin Ried), die man kaum bemerkt: Es gehört alles so, wie es geschieht. […] Großes Lob hat der Bühne und den Kostümen zu gelten: Anne Weiler hat mit Kennerschaft und Humor und Liebe zum Detail eine große Pracht entfaltet. […] Das Publikum dankte im Stehen (und mit Maske) mit minutenlangem Beifall für den anregenden, schwingenden, heiteren und auch besinnlichen Abend mit enormem Kultpotential.

    RP Krefeld, Christina Schulte, 6.9.2021

     

    Was für ein Geburtstagsgeschenk. […] Übergroßes und nicht nur ein wenig überladenes Theater ist es, was das Publikum an diesem Vorabend des Geburtstags des Queen-Sängers Freddie Mercury (das Datum kann kein Zufall sein) mit nicht enden wollendem Jubel feierte. Und großes Theater ist immer tragisch, witzig, phantastisch, grenzenlos, immer auch ein bisschen unverschämt und überzeichnet, großes Theater, im absoluten Sinne, ist auch immer zu viel und zu schön, um wahr zu sein. […] Großes Theater fordert indes, vor allem wenn sie zudem auch noch singen, wie in diesem Fall, eine an Grenzen gehende hervorragende Leistung vom Schauspiel-Ensemble, und da glänzen ausnahmslos alle. Seien es Esther Keil, Jannike Schubert, Carolin Schupa, seien es Adrian Linke, Paul Steinbach, Ronny Tomiska, Bruno Winzen oder Jochen Killian. Doch was genau passiert in dem Stück, bei dem Jochen Kilian die Queen-Songs gemeinsam mit Frank Matthus in eine sonderbare Rahmenhandlung einbettet, die durchaus gesellschaftskritische Züge in sich trägt? Die Songs wurden so arrangiert, dass sie aus dem Orchestergraben von Kilian am Klavier und wahlweise mit einigen musikalischen Spezialeffekten begleitet werden können. Auf der Bühne wiederum werden Alltagsgegenstände als Instrumente genutzt, um hier und da entweder perkussiv oder andersartige Unterstützung bei den Songs zu liefern.

    Die Geschichte spielt in einem Kaufhaus, das abgerissen wird […] (Ausstattung Anne Weiler). […] Das Innere des Kaufhauses zieren Schaufensterpuppen, die in Anlehnung an den Namen des Ladens wie berühmte Königinnen aus der Geschichte aussehen, da ist Elizabeth I., Mary I. (Mary Stuart), Victoria oder auch Marie-Antoinette. Es gibt einen Nachtwächter, Bruno, gespielt von Bruno Winzen, der nicht nur dem Alkohol, sondern auch auf etwas eigenwillige Weise den Puppen zugeneigt ist. Schließlich ist der letzte Abend vor dem Abriss gekommen, Bruno will sich nochmal von seinen Puppen verabschieden, und plötzlich […] erwachen die Puppen zum Leben.

    Zunächst in ihren Rollen, später in wechselnden Situationen. […] Song um Song bauen sich Einzelszenen auf – die Setlist liest sich wie ein intelligent kompiliertes Best-of-Album. Zwischen „A kind of magic“, das als Verwandlungsmusik perfekt funktioniert, „Killer queen“, „Bohemianrhapsody“ oder schließlich auch „My melancholy blues“, „Who wants to live forever“ und „The show must go on“, um nur wenige Eckpunkte aus 22 Liedern zu nennen. Im ausgedehnten Finale findet eine Wende statt, es wird sanfter, fast transzendent. Auch dort überladen die Macher aber die Geschichte mit tausend guten Ideen und Zitaten aus der Popkultur, aus Filmen. Es lohnt sich, sich einen Spaß daraus zu machen, wie viele man so im Laufe des Abends finden kann – deshalb soll hier nicht mehr verraten werden. Zum Schluss, ebenfalls eine Überraschung, kulminiert das Stück in einem zutiefst gelungenen – fast anrührenden – Moment. […] Natürlich gibt es auch musikalisch den einen oder anderen urkomischen Moment, da man teilweise auch bewusst mit den unterschiedlichen gesanglichen Möglichkeiten der Schauspieler spielt, andererseits gibt es auch gesanglich wirklich überzeugende Höhepunkte. Aber dieses übergroße Theater, das gemacht wurde, um Menschen zu unterhalten – auch ein Zeichen, was das Theater Krefeld und Mönchengladbach hiermit setzt –, lebt auch von der Choreografie (Kerstin Ried) und dramaturgischen Kniffen (Thomas Blockhaus), die aber auch mal Fünf gerade sein lassen.

    WZ Krefeld, Christian Oscar Gazsi Laki, 6.September2021

     

    […] Das Schauspielensemble bestehend aus Bruno Winzen (als Nachtpförtner), Esther Keil, Jannike Schubert, Carolin Schupa, Paul Steinbach, Ronny Tomiska und Adrian Linke zeigte sich am Premierenabend bestens aufgelegt und präsentierte die vielen mehrstimmigen Songs ganz wunderbar. Wie Esther Keil die „Bohemian Rhapsody“ fast im Alleingang auf die Bühne bringt, ist ganz großes Theater. Den Zuschauer erwartet bei „Queen´s Last Night“ ein absolut unterhaltsamer Theaterabend, mit einer guten Portion (teilweise durchaus skurrilem) Humor. Nicht vergessen werden, sollen an dieser Stelle die prächtigen Kostüme der Königinnen, für die sich Anne Weiler verantwortlich zeichnet, die darüber hinaus auch die Bühne entworfen hat. Das Publikum vor Ort feierte die Darsteller und das Leitungsteam nach der ausverkauften Premierenvorstellung mit langem und lautstarken Applaus. Mit „Queen´s last Night“ könnte dem Theater Krefeld und dem hervorragenden Schauspielensemble ein weitere Publikumshit gelungen sein, ganz in der guten Tradition des Hauses, man denke hier beispielsweise an die grandiose „Rocky Horror Show“ (ebenfalls von Frank Matthus inszeniert) oder die „Blues Brothers“ zurück. Hoffentlich heißt es für diese Produktion noch lange: „The Show Must Go On“.

    Der Opernfreund (online),Markus Lamers, 05.09.2021

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